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Die ethische und rechtliche - [English]


Duration:

Jan 2001 - Jan 2003

Funding body:

DFG Förderinitiative Bioethik

Contact:

Werner, Micha H. (Dr.) / Mazouz, Nadia (Dr.)

Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Eberhard Karls Universität Tübingen

Keplerstraße 15

72074 Tübingen

Germany

E-Mail: micha.h.werner@gmx.de

Head:

Wiesing, Urban (Prof. Dr. Dr.)

Member:

Werner, Micha H. (Dr.)

Mazouz, Nadia (Dr.)

Short Description:

Eine gerechte Ressourcenverteilung zu gewährleisten, ist eine der wichtigsten und zugleich schwierigsten Aufgaben der Gesundheitspolitik. In diesem Zusammenhang ist "die Festlegung des Leistungskatalogs [...] das vermutlich umstrittenste Thema" (Henke und Göpffarth). Das deutsche Sozialrecht orientiert sich hierbei am Krankheitskonzept: "Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern." (§ 27, SGB V) In der medizintheoretischen und philosophischen Diskussion besteht jedoch Dissens über die Frage, wie Krankheit zu definieren ist. Dies hat rechtliche Unsicherheiten zur Folge, insbesondere bezüglich der sogenannten "Lifestyle-Medizin" (man denke z. B. an den Fall Viagra). Überdies ist unklar, ob und wie sich aus der Beschreibung eines Zustands als 'krankhaft' eine ethische Pflicht zur solidarischen Hilfeleistung rechtfertigen läßt. Die Leitfrage des Projektes lautet daher: Welche Implikationen hat das Krankheitskonzept für die Legitimierung und Limitierung sozial finanzierter medizinischer Dienstleistungen? Aufgrund der Vielfalt der in der Diskussion befindlichen Krankheitskonzepte kann diese Frage nur differenziert beantwortet werden. Ziel ist es, die Implikationsverhältnisse zwischen den verschiedenen Krankheitskonzeptionen einerseits und den verschiedenen Konzeptionen einer Ethik des Gesundheitssystems andererseits offenzulegen und die jeweiligen Konsequenzen für die Festlegung des Leistungsspektrums deutlich zu machen. So soll sichtbar werden, aus welchen normativen Hintergrund- oder Zusatzannahmen die Zuschreibung "krankheitswertig" jeweils die Legitimationskraft bezieht, die ihr zugeschrieben wird. Erst dadurch wird es möglich, diese Hintergrundannahmen auf ihre ethische Begründbarkeit hin zu prüfen. Die Kriterien, nach denen Leistungskataloge festgelegt werden, könnten so transparenter - und damit potentiell auch vernünftiger - gestaltet werden. Das Projekt ist auf zwei Jahre angesetzt, mit Projektbeginn am 1. Januar 2001. Die Ergebnisse werden in Form einer Monographie und in Aufsatzform veröffentlicht. Im letzten Projekthalbjahr soll zudem ein Kongreß zum Thema stattfinden.

Keywords

delivery of health care – disease – resource allocation

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