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Kriterien einer gerechteren - [English]


Duration:

Jan 1995 - Jan 1995

Funding body:

DFG Förderinitiative Bioethik

Contact:

Dr. jur. Thomas Gutmann, M.A.

Leopold-Wenger-Institut(B),

Juristische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München

Professor-Huber-Platz 2

80539 München

Germany

Phone: +49-(0)89 2180-2964 Fax: +49-(0)89 2180-3080

E-Mail: T.Gutmann@jura.uni-muenchen.de

Head:

Land, Walter (Prof. Dr.)

Schroth, Ulrich (Prof. Dr.)

Schneewind, Karl A. (Prof. Dr.)

Gründel, Johannes (Prof. em. Dr.)

Elsässer, Antonellus (Prof. em. Dr.)

Hillebrand, Günther F. (Dr.)

Schmidt, Volker H. (Dr.)

Member:

Schmid, Ursula

Gutmann, Thomas (Dr. M.A.)

Short Description:

Das Projekt intendiert, in systematischer Zusammenführung philosophisch-ethischen, moraltheologischen, juristischen, soziologischen, medizinischen und psychologischen Sachverstandes, begründete Kriterien zur Allokation von Organen vorzulegen. Hierbei sollen verschiedene Ansätze der Gerechtigkeitstheorie für das "lokale" Gerechtigkeitsproblem der Organverteilung adaptiert und fruchtbar gemacht werden und rechtsphilosophische Ansätze einer Vermittlung ethischen und grundrechtsdogmatischen Denkens weiterentwickelt werden. In diesem Rahmen sollen, teils auf der Basis bereits geleisteter Vorarbeiten, unter anderem vier normative Einzelprobleme behandelt werden: (a) Kann das Alter eines Patienten als Allokations- oder Ausschlußkriterium zulässig sein? (b) Unter welchen Umständen kann die Zuteilung "marginaler", also medizinisch suboptimaler Organe an bestimmte Patienten verantwortet werden? (c) Kann es auf dem Gebiet der Verteilungsgerechtigkeit überhaupt ein Jenseits des Individualitätsprinzips geben, d.h. sind mittelbare Auswirkungen der Verteilungsentscheidung auf weitere Personen aus dem Umfeld des potentiellen Empfängers (z.B. Kinder) gerechtigkeitstheoretisch relevant? (d) Unter welchen Voraussetzungen können Gesundheitsgefährdungen, die auf individuell-autonomen Risiko- bzw. Lebensstilentscheidungen beruhen, bei der Allokation zu Lasten des betroffenen Patienten berücksichtigt werden? Schließlich soll auf der Grundlage psychologischer Forschung in multidisziplinärer Kooperation eine Kategorisierung und nomative Bewertung der "Bedürftigkeit" von Dialysepatienten resp. der individuellen "Dringlichkeit" ihrer Transplantation versucht werden, um klären zu können, ob diese Kriterien als Allokationsfaktoren für die Nierenallokation künftig praxistauglich operationalisiert werden können. Daneben soll die Hypothese, daß gute Langzeitergebnisse bei der Nierentransplantation eher als Folge kurzer kalter Ischämiezeiten der Spenderorgane denn als Ergebnis einer guten Gewebeübereinstimmung zu werten sind, in ihrer Bedeutung für ein normativ reflektiertes Modell der Nierenallokation untersucht werden.

Keywords

delivery of health care – medical ethics – organ / tissue transplantation – physician-patient relationship – theory of ethics

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