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Limiting Access to Medical Treatment in an Age of Medical Progress - [English]


Duration:

Aug 1997 - Jul 2000

Funding body:

Swiss National Science Foundation

Contact:

Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE)

Bonner Talweg 57

53113 Bonn

Germany

Phone: +49-(0)228-3364-1920 Fax: +49-(0)228-3364-1950

E-Mail: iwe@iwe.uni-bonn.de URL: http://www.iwe.uni-bonn.de/deutsch/index_mo14.html

Head:

Engelhard, Tristram Jr. (Prof. PhD M.D.)

Member:

Boyle, Joseph (Prof.)

Brody, Baruch A. (Prof. PhD)

Cherry, Mark

Heisig, James W. (Prof. Dr.)

Honnefelder, Ludger (Prof. Dr. Dr.)

Hughes, Edward (Rev.)

Kaveny, M. Cathleen (Assoc.Prof.)

Khushf, George (Prof. PhD)

Lustig, B. Andrew (Prof.)

McKenny, Gerald (Prof.)

Rie, Michael A. (Assoc.Prof.)

Rössler, Dietrich (Prof. Dr. Dr.)

Schotsmans, Paul (Prof. Dr.)

Seifert, Josef (Prof. Dr.)

Taboada, Paulina (Dr.)

Wildes, Kevin W. (Prof. S.J. PhD)

Short Description:

Die Einführung neuer und kostenintensiver diagnostischer und therapeutischer Methoden hat in den modernen Industrienationen zu einem sowohl relativen wie auch absoluten Anstieg der Gesundheitsausgaben geführt. Dies wiederum hat in den einzelnen Ländern Diskussionen über mögliche Zugangsbeschränkungen zu medizinischen Leistungen ausgelöst und unterschiedliche Lösungsansätze angesichts von finanziellen Knappheiten in den Gesundheitssystemen nach sich gezogen.

Ziel des Projekts war es, die ethischen Beurteilungen solcher Maßnahmen einem internationalen Vergleich zu unterziehen. Dabei sollte insbesondere die Frage geklärt werden, inwieweit unterschiedliche religiöse Ansätze abweichende Perspektiven auf die skizzierte Problemlage eröffnen.

Ins Zentrum der Untersuchung wurde der Bereich der Intensivmedizin gerückt. Dies geschah zum einen deswegen, weil die Intensivmedizin einen beträchtlichen Anteil der Gesundheitsausgaben ausmacht. In den USA beispielsweise entfallen etwa 15 bis 20 Prozent der Gesundheitskosten eines durchschnittlichen Krankenhauses auf die Intensivversorgung, und auch in anderen Industrieländern ist der Anteil vergleichbar hoch. Zum anderen sind im Intensivbereich relativ genaue Vorhersagen von Behandlungserfolgen möglich. Die in den einzelnen Ländern gewählte Behandlungspraxis lässt daher recht genaue Rückschlüsse auf die jeweils geltend gemachten Präferenzen bei der Verteilung von Ressourcen zu.

An dem Projekt nahmen Wissenschaftler aus sieben Nationen teil, die vier verschiedenen Konfessionen angehören. Unterschiedliche Perspektiven auf die Problematik wurden in Form von Essays ausgearbeitet, im Rahmen mehrerer Konferenzen ausgewertet und dem Diskussionsstand laufend angepasst.

Bei der Erörterung der verschiedenen Modelle des Umgangs mit den Möglichkeiten der Intensivmedizin wurde über die ethischen Gesichtspunkte hinaus spezifisch religiösen Hintergrundannahmen besondere Beachtung geschenkt, wie der Bewertung der Endlichkeit menschlichen Lebens, des Sinns von menschlichem Leiden sowie der Bedeutung einer angemessenen Vorbereitung auf den Tod. Bei den normativen Annahmen standen das Tötungsverbot, die Pflicht zur Solidarität und das Recht auf Gesundheit im Vordergrund. Darüber hinaus wurden der Gebrauch von Präferenzkriterien und der Stellenwert von Güter- und Übelabwägungen diskutiert. Hinsichtlich der Kriterien der Verteilungsgerechtigkeit wurde erörtert, inwieweit sie vorrangig die Verteilung von Ressourcen innerhalb des einzelnen Krankenhauses, innerhalb des Gesundheitswesens eines Staates und der weltweiten Gesundheitsfürsorge betreffen. Eine kritische Würdigung erfuhr die Frage, inwieweit generell und im Einzelfall die Wahrscheinlichkeit von Behandlungserfolgen, die Belastungen des Patienten durch Schmerz und Leiden sowie die finanziellen, personellen und zeitlichen Kosten der Versorgung unter gegebenen Grenzen bei den Verteilungsentscheidungen eine Rolle spielen.

Besonders kritisch wurde die Verwendung des Begriffs der «Nutzlosigkeit» beurteilt, insofern in einem engen Sinne «nutzlose» Behandlungen nur in den seltensten Fällen zu konstatieren sind und in einem weiten Sinnedie Verwendung des Terminus «Nutzlosigkeit» implizite und oftmals kontroverse Wertstellungnahmen voraussetzt, die besser offen artikuliert statt implizit eingeführt werden sollten. Generell sind Beschränkungen medizinischer Handlungen abzulehnen, die nicht aufgrund unumgänglicher faktischer Ressourcenbegrenzungen oder einvernehmlicher medizinischer Beurteilungen vorgenommen werden, sondern sich externen Einschränkungen verdanken. Zu fordern ist, dass Allokationsentscheidungen grundsätzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und damit zum Objekt der gesellschaftlichen Meinungsbildung werden.

Aus dem Projekt soll eine Studie hervorgehen, die bei Georgetown University Press erscheinen wird.

Keywords

delivery of health care – medical ethics – resource allocation

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