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Neue Perspektiven der Tranplantationsmedizin - [English]


Duration:

Oct 1998 - Jan 2003

Contact:

Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften

Eberhard Karls Universität Tübingen

Fakultät für Biologie

Wilhelmstraße 19

72074 Tübingen

Germany

Phone: +49-(0)7071-29-77191 Fax: +49-(0)7071-29-5211

E-Mail: eve-marie.engels@uni-tuebingen.de URL: http://www.uni-tuebingen.de/zew/index_bio.html

Head:

Engels, Eve-Marie (Prof. Dr.)

Member:

Lotter, Gisela

Schicktanz, Silke

Short Description:

Projekttitel:
Neue Perspektiven der Transplantationsmedizin:Biologische, medizinische und ethische Aspekte der Xenotransplantation und der Organherstellung aus embryonalen Stammzellen

Zusammenfassung:
Die Erfolge der Transplantationsmedizin (TM) haben zu einer wachsenden Nachfrage nach menschlichen Spenderorganen geführt, der jedoch kein entsprechendes Angebot gegenübersteht. Als mögliche Alternativen zur herkömmlichen Allotransplantation werden u.a. die Xenotransplantation (XT) und die Herstellung von Organen aus embryonalen Stammzellen diskutiert. Neben zu klärenden biologisch-medizinischen Problemen stellen sich hier jedoch wichtige ethische Fragen. Beide Verfahren verdeutlichen auf besondere Weise die Vernetzung verschiedener Forschungs- und Praxisfelder und die daraus resultierenden Querverbindungen zwischen einzelnen Bereichsethiken der Bioethik. Transplantationsmedizin, Reproduktionsmedizin und Gentechnik, ursprünglich zur Lösung ganz verschiedener Probleme eingeführt, verdichten sich hier und stellen uns teilweise vor vollkommen neue ethische Fragen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, im Vorfeld der Anwendung beider Technologien beim Menschen diese Fragen herauszuarbeiten und kritisch zu diskutieren.

Projektziele:
Eine ausgewogene ethische Diskussion der Xenotransplantation, welche die einzelnen mit ihr verbundenen Problemstellungen im Rahmen einer umfassenden Güterabwägung diskutiert und beurteilt, ist ein dringendes Desiderat, denn die bisherige Diskussion wurde jeweils nur von einem oder wenigen dominanten Themen beherrscht. Waren dies in den achtziger Jahren vor allem tierethische Fragestellungen, so ist es heute das Infektionsrisiko. Das vorliegende Forschungsvorhaben soll dazu dienen, diese Lücke zu schließen. Die neue Perspektive, Zellen, Gewebe und evtl. Organe aus embryonalen Stammzellen zu entwickeln, wird seit der Bekanntgabe einer erfolgreichen Etablierung humaner ES-Zellen im November 1998 in Fachkreisen verstärkt disku-tiert. Ethische Probleme im Zusammenhang mit der Embryonenforschung und den genetischen Manipulationsmöglichkeiten werden in dem geplanten Projekt unter Berücksichtigung der europäischen und deutschen Richtlinien und Gesetze diskutiert. Die Bearbeitung beider Gebiete wird zum einen unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der empirischen Forschung erfolgen, zum anderen unter Einbeziehung des aktuellen internationalen Diskussionsstandes im Bereich der Wissenschaftsethik und der Technikfolgenabschätzung. Die Xenotransplantation und die Stammzellenforschung verdeutlichen in besonderem Maße die Vernetzung verschiedener Forschungs- und Praxisfelder und damit auch ihre wechselseitigen ethischen Implikationen. Daher sind sie Paradebeispiele für die Notwendigkeit eines interdisziplinären Dialogs zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Hier zeigt sich, daß Bioethik nicht nur anwendungsbezogene Ethik ist, sondern notwendigerweise naturphilosophische, anthropologische, psychologische und andere Bereiche mit einschließen muß. Dieses Forschungsvorhaben ist daher für alle Projekte relevant, in denen sich die genannten Fragen stellen. Es gibt thematische Schnittstellen mit solchen Projekten, in denen Fragen des "informed consent", der Allokation, des Mensch-Natur-Verhältnisses, der Hirntodproblematik, der Embryonenforschung und nicht zuletzt tierethische Fragen diskutiert werden. Grundsätzlich soll das Projekt durch seinen interdisziplinären Ansatz den Transfer von Fach- und Bewertungsfragen zwischen den verschiedenen Disziplinen erleichtern und Zugangsmöglichkeiten für fachinteressierte Laien eröffnen. Eine sprachliche Analyse der einschlägigen Begriffe soll zur Erleichterung des Wissenstransfers beitragen und über eventuelle Inkonsistenzen im Sprachgebrauch aufklären. Mit dem vorliegenden Projekt wird eine Erweiterung des öffentlichen Diskurses um neue Aspekte angestrebt, die gegebenenfalls Berücksichtigung bei Richtlinien und wissenschafts- und gesellschaftspolitischen Entscheidungen finden können.

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